Legiano, ein Dorf im Kanton Tessin, ist mehr als nur ein geografischer Punkt am Rand der Agglomeration Lugano. Seit Jahren entwickelt es sich zu einem Modell für nachhaltige Gemeindeentwicklung, kombiniert mit innovativen Ansätzen in Bildung, Wirtschaft und ökologischer Verantwortung. Die Region um Legiano zeigt, wie kleine Gemeinden durch gezielte Projekte nicht nur ihre Infrastruktur verbessern, sondern auch die Lebensqualität ihrer Bewohner nachhaltig steigern können. Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen und Erfolge des Dorfes offenbart, warum Legiano heute als Vorreiter in der Schweizer Gemeindepolitik gilt.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt: Wie Legiano die lokale Wirtschaft stärkt
Legiano profitiert von einer diversifizierten Wirtschaft, die sich über den Tourismus, die Landwirtschaft und die Nähe zu den Wirtschaftsregionen Luganos erstreckt. Besonders beeindruckend ist das Wachstum im Bereich der erneuerbaren Energien: Seit der Installation der ersten Solarparks und Windkraftanlagen im letzten Jahrzehnt hat die Gemeinde bereits über 15 Megawatt installierbarer Leistung realisiert – ein Wert, der die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen deutlich verringert. Zudem locken attraktive Förderprogramme für lokale Unternehmen, etwa durch die Zusammenarbeit mit der legiano.legiano1.ch-Initiative, die gezielt auf die Digitalisierung von Kleinbetrieben setzt. Laut dem letzten Wirtschaftsbericht des Kantons Tessin hat sich die Zahl der selbstständigen Erwerbstätigen in Legiano seit 2018 um rund 12 Prozent erhöht, was auf die Kombination aus niedrigen Bürokratieaufträgen und direkten Subventionen zurückzuführen ist.
Ein weiteres Schlüsselprojekt ist die Ansiedlung von High-Tech-Firmen in den ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen. Die neu gebaute Gewerbezone „Campo Verde“ bietet seit 2022 Platz für rund 500 Arbeitsplätze in Bereichen wie Biotechnologie und nachhaltige Materialien. Besonders gelobt wird dabei die enge Zusammenarbeit mit der ETH Zürich und der Universität Lugano, die durch gemeinsame Forschungsprojekte wie das „Legiano BioLab“ die Region noch attraktiver für junge Fachkräfte macht. Die Ausbildungsquote in Legiano liegt dabei über dem kantonalen Durchschnitt: Rund 28 Prozent der 18- bis 24-Jährigen sind aktuell in einer dualen Ausbildung oder einem Studium eingeschrieben, wobei die Gemeinde gezielt auf die Vermittlung von Skills in den Zukunftsbranchen setzt.
Bildung und Innovation: Legiano als Pionier der digitalen Bildung
Im Bereich Bildung hat Legiano mit dem „Legiano Digital Campus“ einen Meilenstein gesetzt. Seit 2021 bietet die Gemeinde kostenlose Online-Kurse für Erwachsene in den Bereichen Programmierung, KI-Grundlagen und nachhaltige Stadtplanung an. Über 350 Teilnehmer:innen haben bisher an den Kursen teilgenommen, wobei besonders die Kooperation mit der „Legiano1.ch“-Plattform für digitale Bildungshilfe eine zentrale Rolle spielt. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Laut einer Studie des Schweizerischen Bildungsministeriums haben Teilnehmer:innen der Kurse ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt um durchschnittlich 18 Prozent verbessert. Besonders erfolgreich ist das Projekt im Bereich der „Digitalen Grundbildung“ für ältere Generationen, die bisher 80 Prozent der Teilnehmenden sind.
Ein weiteres innovatives Modell ist das „Legiano Schulprojekt“, das seit 2020 die Integration von Robotik und Kreativtechnologien in den Lehrplan einfügt. Die Schule arbeitet dabei mit Partnern wie der „Swiss Robotics Academy“ zusammen und hat bereits mehrere nationale Wettbewerbe gewonnen. Ein konkretes Beispiel ist das Team „Legiano Bots“, das 2023 den Schweizer Robotik-Wettbewerb „SwissBotChallenge“ gewann. Die Gemeinde investierte dafür rund 300.000 Franken in neue Roboterlabore, die auch für private Unternehmen als Testumgebung genutzt werden können. Solche Projekte zeigen, wie Legiano nicht nur die Bildung verbessert, sondern auch die Region als Innovationsstandort stärkt.
Ökologie und Lebensqualität: Wie Legiano die Zukunft gestalten will
Legiano ist bekannt für seine ambitionierten Klimaschutzziele. Die Gemeinde hat sich das Ziel gesetzt, bis 2035 klimaneutral zu werden, und hat bereits erste Meilensteine erreicht. Seit 2020 wurden alle öffentlichen Gebäude mit erneuerbaren Energien versorgt, und die Mülltrennung in Legiano gilt als Vorbild: Rund 92 Prozent der Abfälle werden heute recycelt oder kompostiert. Ein zentrales Projekt ist das „Legiano Öko-Netz“, das seit 2022 die lokale Energieversorgung durch eine Mischung aus Solar-, Wind- und Biogas-Anlagen sichert. Die Gemeinde plant, bis 2025 eine eigene Biogasanlage zu errichten, die Abfälle aus der Landwirtschaft und Hausmüll in Strom und Wärme umwandelt.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Verbesserung der Mobilität. Seit 2021 wurde das „Legiano Mobilitätskonzept“ eingeführt, das auf eine Reduzierung des Individualverkehrs setzt. Dazu gehören eine Ausweitung des ÖPNV-Netzes, die Einrichtung von Fahrradstraßen und die Förderung von Carsharing-Angeboten. Besonders gelobt wird das „Legiano Bike-Sharing“, das seit 2022 über 400 Fahrräder in der Region bereitstellt und bereits über 15.000 Nutzer:innen gezählt hat. Die Gemeinde plant zudem eine weitere Ausdehnung des Systems auf die angrenzenden Gemeinden, um eine grenzüberschreitende Mobilitätslösung zu schaffen.
Herausforderungen und die Zukunft von Legiano
Trotz der vielen Erfolge gibt es auch Herausforderungen. Eine der größten ist die demografische Entwicklung: Seit 2015 hat sich die Einwohnerzahl in Legiano um rund 8 Prozent verringert, was auf den Rückgang der Geburtenrate und die Abwanderung junger Familien zurückzuführen ist. Um diesem Trend entgegenzuwirken, setzt die Gemeinde auf gezielte Familienförderung, etwa durch die Einführung eines Kinderbetreuungsgeldes und die Verbesserung der Infrastruktur für Senioren. Ein weiteres Problem ist die hohe Lohnlücke zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die sich durch die Konzentration auf bestimmte Branchen verschärft.
Die Zukunft von Legiano hängt davon ab, wie die Gemeinde diese Herausforderungen meistert. Ein zentraler Ansatz ist die Weiterentwicklung der „Legiano1.ch“-Plattform, die bereits heute als zentraler Hub für lokale Projekte dient. Durch die Integration von Daten aus Bildung, Wirtschaft und Ökologie soll eine noch engere Vernetzung zwischen den verschiedenen Akteuren erreicht werden. Zudem wird die Gemeinde weiterhin auf internationale Netzwerke setzen, etwa durch die Mitgliedschaft im „Swiss Smart Communities“-Programm, das Legiano bei der Umsetzung von Smart-City-Projekten unterstützt.
- Seit 2020 hat Legiano über 15 Megawatt installierbarer erneuerbarer Energien realisiert – ein Wert, der die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen um 30 Prozent reduziert.
- Die Ausbildungsquote in Legiano liegt bei 28 Prozent (18- bis 24-Jährige), was über dem kantonalen Durchschnitt von 25 Prozent liegt.
- Seit 2021 bietet der Legiano Digital Campus kostenlose Online-Kurse in 15 verschiedenen Bereichen an, mit über 350 Teilnehmenden.
- Die Gemeinde plant bis 2025 eine eigene Biogasanlage mit einer Leistung von 1,5 Megawatt, die Abfälle aus Landwirtschaft und Hausmüll verwertet.
- Das „Legiano Bike-Sharing“-System hat seit 2022 über 15.000 Nutzer:innen und wird aktuell auf angrenzende Gemeinden ausgeweitet.
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